Indonesien belegt im Mastercard-CrescentRating Global Muslim Travel Index (GMTI) 2026 mit 79 von 100 Punkten den zweiten Platz unter 150 bewerteten Reisezielen. Gegenüber 2025 verbessert sich das Land damit um drei Plätze. Wie detik berichtet, erhielt Indonesien bei den GMTI Awards 2026 die entsprechende Auszeichnung als „Muslim-Friendly Destination of The Year“ auf Rang zwei.
Auszeichnung in Singapur, Ergebnis bereits im Sommer bekannt
Nach dem Bericht von detik nahm Bayu Aji, Sekretär des indonesischen Tourismusministeriums, die Auszeichnung stellvertretend für Tourismusministerin Widiyanti Putri Wardhana entgegen. Die Übergabe fand demnach im Balestier Ballroom des Hotels Aloft Singapore Novena in Singapur statt. Ein eindeutiges Datum der Preisübergabe nennt das vorliegende Material nicht.
Das Ranking selbst war bereits zuvor bekannt: Das Tourismusministerium erwähnte Indonesiens zweiten Platz in einer Mitteilung vom 3. Juli 2026. Das Länderprofil von CrescentRating weist einen Datenstand von Juni 2026 aus. Ergebnis und Preisübergabe sind damit zeitlich zu unterscheiden.
Die 79 Punkte sind nach Angaben des Tourismusministeriums unter Berufung auf CrescentRating Indonesiens bisher höchster GMTI-Wert. In der Ministeriumsmitteilung wird der zweite Rang als geteilter Platz mit der Türkei und Saudi-Arabien beschrieben. Das Länderprofil von CrescentRating bestätigt Indonesiens Rang und erläutert grundsätzlich, dass Reiseziele mit gleicher Punktzahl denselben Rang erhalten.
Was der Index unter muslimfreundlichem Reisen versteht
Der GMTI bewertet die Reiseziele anhand des sogenannten ACES-Rahmens. Die Abkürzung steht für Access, Communication, Environment und Services – also Erreichbarkeit, Kommunikation, Umfeld und Dienstleistungen. Laut CrescentRating gelten für alle 150 Reiseziele dieselben Kriterien. Die getrennte Darstellung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern der Organisation für Islamische Zusammenarbeit dient dem Vergleich.
Nach der Darstellung von detik umfasst das Bewertungsmodell 17 Indikatoren. Zur Erreichbarkeit zählen Flugverbindungen, Visabedingungen und die Verlässlichkeit der Verkehrsinfrastruktur. Im Bereich Kommunikation geht es unter anderem um Sprachkenntnisse, die Vermarktung der Reiseziele und das Bewusstsein der beteiligten Akteure für muslimfreundliche Angebote.
Der Bereich Umfeld berücksichtigt grundlegende Versorgung, Sauberkeit, Sicherheit und nachhaltigen Tourismus. Bei den Dienstleistungen stehen unter anderem Gebetsmöglichkeiten, halal-zertifizierte Gastronomie sowie Einrichtungen für muslimische Reisende an Flughäfen und in Unterkünften im Mittelpunkt. Auch Angebote zum islamischen Kulturerbe gehören laut detik dazu.
Damit beschreibt das Ranking mehrere Voraussetzungen einer Reise: die Anreise und Orientierung ebenso wie Einrichtungen und Angebote vor Ort. Halal-Gastronomie ist ein Bestandteil dieser Bewertung, neben weiteren Aspekten wie Verkehrsanbindung, Kommunikation und Nachhaltigkeit.
Dienstleistungen sind Indonesiens stärkster Bereich
Im Länderprofil von CrescentRating erreicht Indonesien bei den Dienstleistungen 84 von 100 Punkten. Das ist der höchste Wert seiner vier ACES-Bereiche. Für Kommunikation werden 68,7 Punkte ausgewiesen, für das Umfeld 68,3 und für die Erreichbarkeit 58,3 Punkte.
Für Reisende macht diese Aufschlüsselung verständlich, worauf die Gesamtbewertung beruht und wo die bewerteten Bereiche unterschiedlich abschneiden. Gerade bei der Erreichbarkeit umfasst der Index auch die Verkehrsinfrastruktur. Einen historischen Blick auf saisonale Verkehrsbelastungen bietet der ältere BAYI-Beitrag über den Reiseverkehr zum Ende des Ramadan in Indonesien. Er ist zeitgebundener Kontext und keine aktuelle Verkehrsauskunft.
IMTI soll die Entwicklung in den Provinzen unterstützen
Parallel zum internationalen Ranking bereitet das Tourismusministerium den Indonesia Muslim Travel Index (IMTI) 2026 vor. Nach seiner Mitteilung vom 3. Juli soll das Programm den Regionen helfen, ihre Angebote zu bewerten und konkrete Verbesserungen abzuleiten. An der digitalen Informationsveranstaltung waren unter anderem Regionalverwaltungen aus 38 Provinzen, Bank Indonesia, CrescentRating und die Tourismushochschule NHI Bandung beteiligt.
Vorgesehen war eine Auswahl von 15 teilnehmenden Provinzen aus den 38 Provinzen. Anschließend sollten Workshops, die Zusammenstellung von Nachweisen, Besuche vor Ort, Analysen und Empfehlungen folgen. Die Ministeriumsmitteilung plante den Ablauf für Juli bis Oktober 2026. Sie dokumentiert damit die vorgesehenen Schritte; dass diese inzwischen vollständig umgesetzt wurden, geht daraus nicht hervor.
Die Zahl 15 bezeichnet in dieser Programmbeschreibung Provinzen. Sie ist daher keine Bestätigung dafür, dass bereits 15 einzelne Reiseziele gefördert oder fertig entwickelt worden sind.
Zusätzliche Angebote für muslimische Gäste
Nach der Erläuterung des Enhaii Halal Tourism Center in der Ministeriumsmitteilung sollen muslimfreundliche Angebote zusätzliche Leistungen schaffen, die den Aufenthalt muslimischer Gäste erleichtern. Zugleich sollen die Reiseziele allen Reisenden offenstehen.
Das Ministerium warb außerdem dafür, Angaben zu Reisezielen, Einrichtungen und Dienstleistungen über Indonesia.travel zu aktualisieren. Ziel sei eine verlässlichere Information für Reisende. Der IMTI soll nach Darstellung der beteiligten Institutionen vor allem als Bewertungs- und Entwicklungsinstrument dienen: Regionen sollen ihre Ausgangslage, Potenziale und notwendigen Verbesserungen besser erkennen können.
Quellen
- detik.com – Indonesia Jadi Destinasi Wisata Ramah Muslim Terbaik Kedua di Dunia 2026 – detikcom – https://www.detik.com/hikmah/khazanah/d-8734438/indonesia-jadi-destinasi-wisata-ramah-muslim-terbaik-kedua-di-dunia-2026
- crescentrating.com – Indonesia — GMTI 2026 Rank & Muslim-Friendly Travel Score | CrescentRating – https://crescentrating.com/insights/gmti/destinations/indonesia
- sisparnas.kemenpar.go.id – Kementerian Pariwisata Dorong Penguatan Destinasi Ramah Muslim melalui Indonesia Muslim Travel Index (IMTI) 2026 – https://sisparnas.kemenpar.go.id/berita/204


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