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Versicherungslücke bei Beschäftigten in Westjava: BPJS nennt 7,9 Millionen Versicherte

KI-generiertes Symbolbild zur Versicherungslücke bei Beschäftigten in Westjava: gelber Schutzhelm und Maurerkelle unter der Überschrift „Versicherungsschutz in Westjava ausweiten“.

In der indonesischen Provinz Westjava sind nach Angaben von BPJS-Ketenagakerjaan-Chef Saiful Hidayat erst 7,9 Millionen von potenziell 22,5 Millionen Beschäftigten bei dem Sozialversicherungsträger registriert. Wie Rejabar berichtet, setzt Hidayat auf mehr Aufklärung und die Zusammenarbeit mit regionalen Regierungen, um den Versicherungsschutz auszuweiten. Die Provinzregierung plant, 2027 die Absicherung von 5,4 Millionen informell Beschäftigten zu unterstützen.

Große Lücke auch auf nationaler Ebene

Hidayat verwies zugleich auf landesweite Zahlen mit Stand September 2026: Von einem Potenzial von 129,9 Millionen Arbeitskräften seien rund 50,91 Millionen aktive Mitglieder von BPJS Ketenagakerjaan. Die für Westjava genannte Zahl beschreibt registrierte Versicherte; die landesweite Angabe bezieht sich ausdrücklich auf aktive Mitglieder.

Aus Sicht des BPJS-Chefs zeigen die Zahlen, wie wichtig eine breitere Information über die soziale Absicherung von Beschäftigten ist. Erreichen will er sowohl Menschen mit Lohn oder Gehalt – die Kategorie Penerima Upah, kurz PU – als auch Erwerbstätige ohne Lohnbezug, Bukan Penerima Upah oder BPU. Hidayat nennt dafür die Zusammenarbeit mit Regierungen, weiteren beteiligten Akteuren, Medien und Influencern.

Asuransi Aing: Absicherung für 5,4 Millionen Menschen geplant

Für Westjava verweist Hidayat auf das Programm Asuransi Aing von Gouverneur Dedi Mulyadi. Eine separate Mitteilung der Provinzregierung vom 21. September 2026 nennt das Ziel, 2027 insgesamt 5,4 Millionen informell Beschäftigte abzusichern. Die Zahl beschreibt ein Vorhaben, keine Bilanz bereits versicherter Menschen.

Nach Angaben der Provinzregierung sollen die Provinz sowie die Regierungen der Regierungsbezirke und Städte die BPJS-Beiträge für diese Beschäftigten übernehmen. Als Zielgruppen nennt die Mitteilung unter anderem Landwirte, Fischer, Bauarbeiter, Motorrad-Taxifahrer, Straßenhändler und Haushaltshilfen.

Als Voraussetzungen nennt die Regierung unter anderem ein Alter von 18 bis 64 Jahren und die Zuordnung zu den Dezilen 1 bis 4. Gouverneur Mulyadi verwies am 21. September 2026 auf die Funktion Asuransi Aing in der App Sapawarga als Zugang zur Mitgliedschaft. Diese Angaben beziehen sich auf das von der Provinz beschriebene Hilfsprogramm für informell Beschäftigte in Westjava.

Die Provinzregierung erläutert außerdem Leistungen der Absicherung: Bei Arbeitsunfällen nennt sie eine kostenfreie medizinische Behandlung. Als Beispiel führt sie einen Beschäftigten in Bekasi an, der nach einem Arbeitsunfall eine Behandlung im Wert von 500 Millionen indonesischen Rupiah erhalten habe.

Für den Todesfall beschreibt die Regierung Zahlungen an Hinterbliebene. Bei einem Tod außerhalb eines Arbeitsunfalls nennt sie 42 Millionen indonesische Rupiah, bei einem tödlichen Arbeitsunfall das 48-Fache des Lohns. Außerdem sollen nach ihrer Darstellung zwei Kinder eines verstorbenen Beschäftigten Stipendien erhalten.

Was der 3C-Serviceansatz leisten soll

Neben einer größeren Reichweite beschreibt BPJS Ketenagakerjaan einen Serviceansatz unter dem Kürzel 3C: Coverage, Care und Credibility. Gemeint sind eine Ausweitung des Versicherungsschutzes, eine zugewandte Betreuung mit leichterem Zugang zu Leistungen sowie die Stärkung des öffentlichen Vertrauens durch professionelle Dienstleistungen, verlässliche Informationen und gute Verwaltungsführung.

Der Träger verbindet dies mit dem Konzept „Value Beyond Protection“. Nach dieser Darstellung soll die Unterstützung über Zahlungen im Schadensfall hinausgehen und Versicherte beziehungsweise ihre Familien auch unabhängig davon und nach einem Schadensfall begleiten.

PEKA verbindet Finanzbildung und berufliche Qualifizierung

Ein Beispiel dafür ist das Programm PEKA, ausgeschrieben Pemberdayaan Ekonomi dan Kemandirian Penerima Manfaat. Es soll Leistungsempfänger wirtschaftlich stärken und ihre Selbstständigkeit fördern. BPJS beschreibt dabei ausdrücklich auch die Unterstützung für Hinterbliebene, damit diese nach einer Entschädigungszahlung ihren Lebensunterhalt eigenständiger sichern können.

Das Angebot umfasst laut Rejabar Finanzbildung für Versicherte und Hinterbliebene sowie praktische Schulungen. Genannt werden Unternehmertum, Gastronomie, Nähen, Barista-Tätigkeiten und digitales Marketing. Neue Arbeits- und Geschäftsmöglichkeiten sind das erklärte Ziel. Den weiteren Zusammenhang von Qualifikation und Erwerbschancen behandelt BAYI im Beitrag über die Unterbeschäftigung von Hochschulabsolventen in Indonesien.

Die Teilnehmenden sollen außerdem lernen, erhaltene Entschädigungszahlungen entsprechend ihren Bedürfnissen und ihrer Planung einzusetzen. Dazu kann nach der Programmbeschreibung auch die Verwendung als Kapital für eine eigene Erwerbstätigkeit gehören.

Für die Informationsarbeit in Westjava kündigte BPJS-Regionalleiter Deny Yusyulian an, die Zusammenarbeit mit Medien und Influencern weiter zu stärken. Über die Initiative „904 Jamsfluencer“ sollen mehr Menschen über die Bedeutung der sozialen Absicherung erreicht werden.

Quellen

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